Sommerferien in Berlin: Auf der Insel

Sommerferien in Berlin: Auf der Insel  

LindwerderKleines Idyll
200 Meter vom Ostufer der Havel entfernt liegt beim Grunewald die kleine Insel Lindwerder, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Wie der Name vermuten lässt, wird ihr Ufer von vielen Linden gesäumt. Hier stehen ein paar Bänke, von denen aus man über das Wasser schauen kann und die weißen Segel auf dem Wannsee vorüberziehen sieht. Mittelpunkt der unbewohnten Insel ist eine Gaststätte, die warme Speisen und kühle Getränke anbietet. Die Fähre pendelt zwischen Insel und Ufer und kann mit einer Glocke gerufen werden, wenn sie nicht ohnehin auf dem Weg zum Steg ist.
Wer nicht mit dem Auto ins Grüne fahren will, kommt zur Haltestelle Lindwerder mit dem Bus 218, der leider nur einmal in der Stunde fährt, dafür aber jedes zweite Mal ein historischer Omnibus ist und damit ein bisschen Nostalgie verbreitet. Ein Abstecher auf die Insel ist lohnenswert, wenn man ihn mit einem Ausflug zum nahe gelegenen Grunewaldturm oder auch einem Badetag an einem der vielen Strandabschnitte der Havel verbindet. 

Lindwerder Havelchaussee, Grunewald, www.lindwerder.de
Fähre für Erwachsene 1 €, pendelt den ganzen Tag,
geöffnet Mai bis September: Mi–So ab 11.30 Uhr,

Eiland im Tegeler See
Im 19. Jahrhundert ließ der Bauunternehmer Paul Haberkern auf dem Eiland eine Landhauskolonie und einen Park anlegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war vieles zerstört und die Insel lag quasi brach. Doch noch immer ist Valentinswerder im Familienbesitz und mittlerweile auch wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Heute gibt es wieder dauerhafte Inselbewohner, die sich in den Landhäuschen niedergelassen haben. Es gibt leider kein Café mehr auf der Insel, aber einen Campingplatz mit Trailern, auf dem man unterkommen kann. Für einen Tagesausflug sollte man ausreichend Verpflegung für ein Picknick mitnehmen, die Fähre fährt wochentags momentan nur drei Mal am Tag, am Wochenende vier Mal. Neben Valentinswerder liegen noch Maienwerder und Reiswerder, die ebenfalls von einer Fähre angefahren werden. Wer diesen Weg einschlägt, hat auch Blick auf das unzugängliche Baumwerder und das Internatseiland Scharfenberg.  

Valentinswerder
Die Fähre fährt unter der Woche um 11, 15, 19 Uhr, auf dem linken Ufer unter der Spandauer-See-Brücke ab. Am Wochenende auch um 9 Uhr. Es empfiehlt sich, vorher sicherzugehen, ob der Fährdienst läuft:
www.valentinswerder.de

Klein Venedig

Das Landschaftsschutzgebiet Tiefenwerder, gelegen zwischen Havel und Havelchaussee, ist das einzige noch erhaltene natürliche Hechtlaichgebiet Berlins. An den Ufern der  Wasserarme befinden sich Siedlungen, weswegen es im Volksmund auch „Klein Venedig“ heißt. Hier kann man sich teilweise nur per Boot durch die Wasserkanäle bewegen. Darum ist gut beraten, wer sich in dem kleinen Bootsladen auf der Nordseite von Pichelswerder einfindet. Hier kann man Kanus für bis zu drei Personen und Kanadier für vier Personen stunden- oder tageweise ausleihen, mit denen man kleine Touren durch die naturbelassene Umgebung starten kann. Folgt man dem Hauptgraben, kommt man bis zum Faulen See. Bewegt man sich zu Fuß über die Tiefwerder Wiesen, läuft man über kleine Holzbrücken und kann auch eine Herde von Wasserbüffeln beobachten, die hier angesiedelt wurden, um die Feuchtwiesen zu erhalten.      

Tiefwerder Wiesen
Mit dem Auto: Heerstraße/Brandensteinweg, Spandau oder mit dem Bus M49 bis zur Haltestelle „Freybrücke“
Bootsverleih „Bootsladen“, Brandensteinweg 37, www.der-bootsladen.de

Lagune
Italien ist gar nicht weit weg von Berlin: Hinter dem Müggelsee in Köpenick liegt Neu-Venedig, ein lagunenartiges Gebiet, das von sechs Wasserkanälen durchzogen ist. Zu Fuß relativ unspektakulär, da die Grundstücke am Wasser alle in Privatbesitz sind, bietet eine Erkundung mit dem Boot Einblick in eine ungestörte Idylle. Am Müggelsee und in der Umgebung findet man mehrere Bootsverleihe und kann vom Müggelsee aus auf dem Wasserweg über die Müggelspree nach Neu-Venedig fahren, wo sich auch eine Gaststätte mit Bootsanleger und Gartenlokal direkt am Wasser befindet. Auf diesem Weg kommt man auch an den kleinen Inseln des Sees vorbei, die so schöne Namen tragen wie: Kelchs Ecke, Entenwall oder Dreibock. Die Anfahrt nach Neu-Vendig empfiehlt sich mit dem Auto zum Müggelsee oder mit dem Fahrrad von der S-Bahn-Station Friedrichshagen. Unweit dieser liegen auch ein Freiluftkino und das Strandbad Müggelsee, Besuche dort kann man gut mit dem Tagesausflug verbinden. 

Neu-Venedig
Rialtoring/Finkenweg, Köpenick
www.neuvenedig.de

PichelswerderBadeinsel
Die oft als Halbinsel verkannte Insel Pichelswerder am Stößensee zieht sich direkt unter der Heerstraße hindurch und war schon im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsgebiet. An den Ufern der Insel haben sich verschiedene Segel-und Rudervereine niederge­lassen. Auf der Südseite finden sich zwei Badestellen, die allerdings auch Hunden zugänglich sind, denn Pichelswerder ist ein Hundeauslaufgebiet. Vom Aussichtspunkt der Halbinsel hat man einen wunderschönen Rundumblick über Wald und Wasser. Auch für das leibliche Wohl ist mit dem Lokal „Captain’s Inn“ an der Heerstraße gesorgt. Zum Abschluss des Tages kann man aber auch gut auf ein Getränk in das Restaurantschiff „Alte Liebe“ einkehren, das älteste Gastronomieschiff Berlins, das am Ufer gegenüber liegt und auch einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang bietet.      

Pichelswerder Heerstraße/Siemenswerderweg, Spandau

Perle im Havelmeer

Ein Klassiker unter den Ausflugszielen: die Pfaueninsel im Südwesten der Havel. Mit ihrem Schloss, der alten Meierei und den frei lebenden Pfauen bietet die 76 Hektar große Insel eine ganz eigene kleine Traumwelt in der Natur. Sie ist ausschließlich mit der Fähre zu erreichen, da die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und unter Naturschutz steht, weswegen das Anlegen von Privatbooten genauso wenig erlaubt ist wie das Mitnehmen von Hunden oder Fahrrädern. In einem gemütlichen Rundgang vorbei an den Resten des ehemaligen Palmenhauses und am Rosengarten, lässt sich die ganze Insel erkunden. Für das Gefühl, auf alten Spuren zu wandeln, gibt es zu fünf Stellen der Insel einen Audioguide, den Besucher sich mit ihrem Smartphone unter www.luise.tomis.mobi kostenlos herunterladen können.    

Pfaueninsel Am Ende der Pfaueninselchaussee, Wannsee,
die Fähre fährt von Mai bis August von 9–20 Uhr alle Viertelstunde, zu erreichen ist die Fährstation mit dem 218 vom S-Bhf. Wannsee aus, 3/2,50 € ermäßigt

Texte: Lea-Maria Brinkschulte
Fotos: Benjamin Pritzkuleit, Bernd Sauer-Diete

 

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von  tip-Redaktion
Veröffentlicht: 26.06.2013 , Zuletzt aktualisiert: 03.07.2013